Sie möchten in die digitale Pflege einsteigen – als Pflegedienst, Gründer oder Quereinsteiger? Dann sollten Sie wissen: Bund und Länder fördern die Digitalisierung in der Pflege mit Zuschüssen bis zu 80 Prozent. Wir haben die wichtigsten Programme zusammengestellt, die Sie für Ihren Start nutzen können.
Inhalt
Warum Förderung gerade jetzt?
4,7 Millionen Angehörige pflegen in Deutschland zu Hause – oft ohne Plan, ohne Tools, ohne Anlaufstelle in ihrer Region. Gleichzeitig suchen immer mehr Pflegekräfte, Berater und Quereinsteiger nach digitalen Geschäftsmodellen im Wachstumsmarkt Pflege.
Die Bundesregierung hat erkannt, dass die Pflege digitaler werden muss. Mit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) wurde unter anderem das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege beim GKV-Spitzenverband eingerichtet. Und es gibt konkrete Fördertöpfe, die Sie nutzen können.
Die gute Nachricht: Viele dieser Programme richten sich ausdrücklich an kleine Unternehmen, Freiberufler und Gründer – also genau an die Menschen, die im Pflegebereich etwas bewegen wollen.
BAFA-Unternehmensberatung – bis 80 % Zuschuss
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert professionelle Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen. Ideal, wenn Sie sich zum Pflege-Business beraten lassen oder eine Digitalisierungsstrategie erarbeiten möchten.
BAFA-Unternehmensberatung auf einen Blick
| Zuschuss | bis 80 % der Beratungskosten |
| Maximaler Betrag | 3.500 € |
| Für wen | KMU und Freiberufler |
| Antrag | Online über bafa.de |
| Kontakt | 06196 908-1570 |
INQA-Coaching – 12 Tage Digitalisierungsberatung
Das INQA-Coaching (Initiative Neue Qualität der Arbeit) wird von der EU und dem Bundesarbeitsministerium gefördert. Es richtet sich gezielt an Unternehmen, die sich digital aufstellen wollen – mit bis zu 12 Beratertagen.
INQA-Coaching auf einen Blick
| Zuschuss | bis 80 % |
| Umfang | 12 Beratertage à max. 1.200 € |
| Maximaler Betrag | ca. 14.400 € |
| Für wen | KMU, Freiberufler, Gemeinnützige |
| Antrag | Über regionale INQA-Beratungsstelle |
| Kontakt | 0351 8322-323 · zic@inqa.de |
KfW-Förderkredit Digitalisierung
Die KfW bietet mit dem ERP-Förderkredit Digitalisierung (Kreditnummern 511/512) zinsgünstige Kredite in drei Stufen für digitale Investitionen. Ab Stufe 2 gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss.
KfW-Förderkredit Digitalisierung auf einen Blick
| Förderart | Zinsgünstiger Kredit |
| Zuschuss ab Stufe 2 | 3–5 % auf den Kreditbetrag |
| Maximaler Kredit | Stufe 1: 7,5 Mio. € · Stufe 2/3: 25 Mio. € |
| Für wen | KMU, Freiberufler, Mittelstand |
| Antrag | Über Ihre Hausbank |
| Kontakt | 0800 539 9001 |
Die drei Stufen im Überblick: Stufe 1 (Basisdigitalisierung) umfasst grundlegende digitale Ausstattung. Stufe 2 (LevelUp) geht in Richtung vernetzte Systeme und digitale Prozesse. Stufe 3 (HighEnd) deckt innovative, datengetriebene Geschäftsmodelle ab. Der Stufencheck der KfW hilft Ihnen bei der Einordnung.
§ 8 Abs. 8 SGB XI – für zugelassene Pflegeeinrichtungen
Diese Förderung richtet sich speziell an ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen mit Versorgungsvertrag. Sie können einen Zuschuss für die Anschaffung digitaler oder technischer Ausrüstung erhalten – und das Programm wurde bis 2030 verlängert.
Förderung nach § 8 Abs. 8 SGB XI auf einen Blick
| Zuschuss | bis 40 % |
| Maximaler Betrag | 12.000 € |
| Für wen | Zugelassene Pflegeeinrichtungen (§ 72 SGB XI) |
| Antrag | Bei der zuständigen Pflegekasse |
| Laufzeit | Bis 2030 verlängert |
Landesförderung – je nach Bundesland
Zusätzlich zu den Bundesprogrammen bieten viele Bundesländer eigene Förderprogramme für Digitalisierung, Gründung und Beratung. Diese sind oft kombinierbar mit den oben genannten Bundesförderungen.
Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege pflegt eine aktuelle Übersicht der Landesförderungen. In einigen Bundesländern gibt es zudem Landeskompetenzzentren, die kostenlos beraten.
Es lohnt sich, die Programme Ihres Bundeslandes zu prüfen. Oft gibt es Zuschüsse für Gründungsberatung, Digitalisierung oder Weiterbildung, die speziell auf Ihre Situation zugeschnitten sind.
Förderungen kombinieren
Wichtig zu wissen: Viele dieser Programme lassen sich miteinander kombinieren. Ein typisches Szenario könnte so aussehen:
Schritt 1: BAFA-Unternehmensberatung nutzen, um Ihr Geschäftsmodell zu entwickeln (Zuschuss bis 80 %).
Schritt 2: INQA-Coaching für die konkrete Digitalisierungsstrategie (Zuschuss bis 80 %).
Schritt 3: KfW-Förderkredit für die Investition in digitale Tools und Infrastruktur.
Beachten Sie dabei die sogenannte De-minimis-Regelung: Staatliche Beihilfen sind auf einen bestimmten Gesamtbetrag begrenzt. Bei der Beantragung müssen Sie in der Regel eine De-minimis-Erklärung abgeben, die Auskunft über bereits erhaltene Förderungen gibt.
Was hat das mit PflegePur zu tun?
PflegePur bietet digitale Pflege-Tools für Angehörige, Pflegekräfte und regionale Partner – mit über 95 kostenlosen Tools, dem PflegePur Navigator und regionalen Portalen. Ob Sie einen bestehenden Pflegedienst digital aufstellen, sich als Pflegeberater selbstständig machen oder ein regionales Pflege-Portal betreiben möchten: Die oben genannten Förderungen können Ihren Einstieg erleichtern.
Das Besondere: Ab 2 Klienten pro Monat ist ein PflegePur-Partner-Modell bereits wirtschaftlich. Mit den passenden Förderungen können Sie die Anfangsinvestition deutlich senken.
Unsicher, welche Förderung für Sie passt?
Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich zu den passenden Programmen und Partner-Modellen.
Partner-Modelle ansehen Förder-Beratung anfragenQuellen: Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege – Förderungen auf Bundesebene · Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte prüfen Sie die aktuellen Förderbedingungen direkt bei den jeweiligen Fördergebern. Stand: Februar 2026.