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Lagerungstechniken für pflegende Angehörige: Schonend und effektiv

Pflegewissen & Ratgeber 02.05.2025
Lagerungstechniken für pflegende Angehörige: Schonend und effektiv

Einleitung: Richtiges Lagern – ein oft unterschätzter Pflegebaustein

Die Lagerung pflegebedürftiger Menschen ist ein zentraler Bestandteil der häuslichen Pflege. Sie dient nicht nur dem Komfort, sondern ist auch entscheidend für die Vermeidung von Folgeerkrankungen, wie Dekubitus (Druckgeschwüre), Muskelverkürzungen oder Lungenentzündungen.

Doch gerade pflegende Angehörige stehen hier oft vor großen Herausforderungen: Wie lagere ich richtig? Was brauche ich dafür? Wie schütze ich den Rücken?
Dieser Artikel zeigt dir, wie du Lagerungstechniken sicher und effektiv einsetzt – und dabei dich selbst nicht überlastest.

Ein praktischer Leitfaden für Sicherheit, Komfort und Entlastung im Pflegealltag


Einleitung: Richtiges Lagern – ein oft unterschätzter Pflegebaustein

Die Lagerung pflegebedürftiger Menschen ist ein zentraler Bestandteil der häuslichen Pflege. Sie dient nicht nur dem Komfort, sondern ist auch entscheidend für die Vermeidung von Folgeerkrankungen, wie Dekubitus (Druckgeschwüre), Muskelverkürzungen oder Lungenentzündungen.

Doch gerade pflegende Angehörige stehen hier oft vor großen Herausforderungen: Wie lagere ich richtig? Was brauche ich dafür? Wie schütze ich den Rücken?
Dieser Artikel zeigt dir, wie du Lagerungstechniken sicher und effektiv einsetzt – und dabei dich selbst nicht überlastest.


1. Warum ist Lagerung so wichtig?

Pflegebedürftige, die ihre Lage nicht selbstständig verändern können, sind auf externe Unterstützung angewiesen. Fehlt diese, kann es zu schmerzhaften und gefährlichen Komplikationen kommen.

Ziele der Lagerung:

  • Vorbeugung von Dekubitus (Wundliegen)
  • Förderung der Durchblutung und Lungenfunktion
  • Unterstützung bei der Verdauung
  • Erhalt von Beweglichkeit und Wohlbefinden
  • Entlastung von Gelenken, Haut und Organen

📌 Wusstest du? Schon 2 Stunden in derselben Position können bei Risikopatient:innen ausreichen, um Druckgeschwüre entstehen zu lassen.


2. Voraussetzungen für sicheres Lagern

Bevor du mit Lagerungsmaßnahmen beginnst, solltest du Folgendes sicherstellen:

Umgebung:

  • Genügend Platz rund ums Bett oder Sofa
  • Gutes Licht für Orientierung
  • Pflegebett mit höhenverstellbarer Liegefläche (falls möglich)

Hilfsmittel:

  • Lagerungskissen, Keilkissen, Rollen oder Decken
  • Rutschfeste Unterlage (z. B. Antidekubitusmatratze)
  • Eventuell: Gleitmatte, Handtuchrollen, Lagerungsschlangen

Pflegebedürftige Person:

  • Vorher informieren, was passiert
  • Schmerzfrei lagern (ggf. Schmerzmittel vorab)
  • Kommunikation auf Augenhöhe

3. Grundprinzipien der Lagerung

Bevor wir in die Techniken einsteigen, hier die wichtigsten Grundsätze:

Druckverteilung: Kein Körperteil darf dauerhaft zu stark belastet werden
Wahrnehmung fördern: Positionen regelmäßig ändern
Stabilität: Die Person darf nicht ins Hohlkreuz fallen oder kippen
Komfort: Lagerung darf nicht unangenehm oder einschnürend sein
Eigenaktivität fördern, wo möglich: Hilfe zur Selbsthilfe


4. Die wichtigsten Lagerungstechniken im Überblick

🔄 1. 30°-Seitenlagerung

Ideal zur Dekubitusprophylaxe und als Standardlagerung bei Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Mobilität.

So geht’s:

  • Person leicht zur Seite drehen (ca. 30°)
  • Rücken durch Kissen oder Rolle stützen
  • Beine leicht beugen und mit Kissen abstützen
  • Fersen freilagern

📌 Wechsel alle 2–3 Stunden empfohlen!


↔️ 2. 135°-Lagerung (Schräglage)

Wird z. B. in der Dekubitusbehandlung eingesetzt – die Person liegt fast auf dem Bauch.

Vorteile:

  • Sehr gute Druckentlastung
  • Entlastung der Rücken- und Gesäßpartien

Wichtig:
Diese Technik erfordert Erfahrung und sollte nur nach Einweisung angewendet werden.


😴 3. Rückenlagerung mit Kissenunterstützung

Klassische Position – z. B. bei Schlaf, Ruhe oder Immobilität.

Tipps:

  • Knie leicht beugen (Kissen unter die Knie)
  • Fersen und Fersenbein freilagern
  • Schultern ggf. entlasten

🦵 4. Beinhochlagerung

Fördert die Durchblutung und hilft bei geschwollenen Beinen oder Venenproblemen.

So geht’s:

  • Beine mit Kissen oder Keil leicht hochlagern
  • Fersen entlasten
  • Keine extreme Beugung im Knie

↗️ 5. Oberkörperhochlagerung (z. B. 45°)

Hilft bei Atemnot, Reflux oder Herzinsuffizienz.

Hinweise:

  • Kopfteil des Bettes hochstellen oder Kissen anordnen
  • Stabile Lagerung (keine „Rutschposition“)
  • Kombination mit Beinhochlagerung möglich

5. Lagerungsplan – sinnvoll bei täglicher Pflege

Wenn du täglich pflegst, ist es hilfreich, einen Lagerungsplan zu erstellen:

Uhrzeit

Lagerungsart

Ziel

8:00

Rückenlagerung

Ruhephase nach Frühstück

10:30

30°-Lagerung rechts

Druckentlastung, Aktivierung

13:00

Oberkörperhochlagerung

Essen, Kommunikation

15:30

30°-Lagerung links

Dekubitusprophylaxe

18:00

Rückenlagerung

Ruhe, Entspannung

So verhinderst du Druckstellen und unterstützt die natürlichen Körperfunktionen.


6. Rückenschonend lagern – so schützt du dich selbst

Pflegende Angehörige sind oft großen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Deshalb ist die richtige Technik entscheidend!

Tipps zur Selbstentlastung:

Immer in die Hocke gehen, nicht aus dem Rücken heben
Gewichtsverlagerung nutzen
Gleitmatten oder Hilfe durch zweite Person einsetzen
Regelmäßig Rückenschule oder Pflegekurse besuchen

💡 Tipp: Viele Krankenkassen bieten kostenlose Pflegekurse an – auch mit Fokus auf rückenschonende Techniken.


7. Pflegehilfsmittel für die Lagerung

Diese Hilfsmittel können die Lagerung sicherer und einfacher machen:

  • Antidekubitusmatratzen
  • Pflegebetten mit verstellbarem Rahmen
  • Lagerungsschlangen und -kissen
  • Bein- oder Armstützen
  • Lagerungshilfen aus Schaumstoff, Mikrofaser oder Vlies

📦 Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (z. B. Einmalunterlagen) gibt es übrigens monatlich kostenlos


8. Fazit: Lagerungstechniken gezielt einsetzen – für mehr Sicherheit und Wohlbefinden

Richtiges Lagern ist keine Nebensache – es ist aktive Pflege, Prävention und Entlastung zugleich.
Mit dem richtigen Wissen, einfachen Hilfsmitteln und etwas Übung kannst du als pflegende:r Angehörige:r viel bewirken:

Weniger Schmerzen
Weniger Komplikationen
Mehr Wohlbefinden
Weniger Belastung für dich selbst

 


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