Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis – für die Betroffenen selbst und für ihr Umfeld. Innerhalb weniger Sekunden verändert sich das Leben: Bewegungsfähigkeit, Sprache, Gedächtnis oder emotionale Stabilität können betroffen sein. Nach der Akutphase beginnt der oft herausfordernde Alltag mit der Erkrankung.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Unterstützung, einer guten Pflege und angepasster Kommunikation kann der Alltag für Betroffene und Angehörige wieder Struktur, Sicherheit und sogar Lebensfreude zurückgewinnen.
In diesem Beitrag zeigen wir:
Was sich im Alltag nach einem Schlaganfall verändert
Wie die Pflege optimal organisiert werden kann
Wie Kommunikation wieder möglich wird
Welche Hilfen, Leistungen und Reha-Angebote zur Verfügung stehen
Ein Schlaganfall (medizinisch: Apoplex) entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn, wodurch Nervenzellen beschädigt oder zerstört werden.
Halbseitenlähmung (Hemiparese)
Sprachstörungen (Aphasie)
Schluckstörungen (Dysphagie)
Seh- und Gleichgewichtsstörungen
Kognitive Beeinträchtigungen
Persönlichkeitsveränderungen oder Depression
Fakt: In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Etwa die Hälfte bleibt langfristig pflegebedürftig.
Bewegung, Koordination und Kraft sind häufig beeinträchtigt
Unterstützung bei alltäglichen Dingen wie Anziehen, Essen oder Gehen ist notwendig
Ängste, depressive Verstimmungen und Unsicherheiten
Angehörige erleben emotionale Belastungen
Sprachprobleme (Aphasie)
Einschränkung von Gedächtnis und Aufmerksamkeit
Hilfe bei Körperpflege, Essen und Toilettengang
Aktivierende Pflege zur Förderung der Selbstständigkeit
Einsatz von Hilfsmitteln: Pflegebett, Rollator, Haltegriffe
Antrag zeitnah nach Klinikentlassung stellen
Einstufung durch MD in Pflegegrad 1 bis 5
Barrierefreiheit und Sturzvermeidung
Bis zu 4.000 € Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
Sprachzentrum ist gestört, nicht das Denkvermögen
Kurze, einfache Sätze
Zeit lassen und nicht unterbrechen
Gesten, Bilder oder Schrift als Hilfe
Emotionale Reaktionen ernst nehmen
Tipp: Logopädie kann nachhaltig helfen, Sprache (teilweise) wiederherzustellen.
Frührehabilitation direkt nach der Klinik
Anschlussheilbehandlung (AHB), ambulant oder stationär
Längerfristige Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie
Mobilität und Sprache verbessern
Alltagsfähigkeiten stärken
Psychische Stabilisierung
Kostenübernahme: durch gesetzliche Krankenkasse oder Rentenversicherung auf Antrag.
Pflegegrad | Pflegegeld (monatlich) | Pflegesachleistungen (ambulant) |
---|---|---|
2 | 347 € | 796 € |
3 | 599 € | 1.497 € |
4 | 800 € | 1.859 € |
5 | 990 € | 2.299 € |
Monatlich 131 € für Betreuung, Haushaltshilfe, Tagespflege
Ab Pflegegrad 1 nutzbar
Auch ansparbar und kombinierbar
Bis zu 1.685 € jährlich für Ersatzpflege (z. B. bei Urlaub/Krankheit)
Kombination mit Pflegegeld möglich (anteilig)
Bis zu 1.854 € pro Jahr
Für bis zu 8 Wochen stationäre Betreuung
Bis zu 3.539 € jährlich
Flexibel nutzbar für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
Gültig für Pflegegrad 2 bis 5
Mehr Planungssicherheit für Angehörige
Eigene Belastung ernst nehmen
Entlastung durch Tagespflege, ambulante Hilfen, Beratung
Austausch mit anderen Betroffenen hilft psychisch
Pflegekurse der Pflegekassen kostenlos nutzbar
Individuelle Pflegeberatung auf Rezept möglich
Ein Schlaganfall ist eine Herausforderung – aber kein Grund zur Resignation. Gute Pflege, gezielte Therapie und einfühlsame Kommunikation machen viel möglich.
Pflegegrad beantragen & Leistungen nutzen
Reha und Sprachförderung aktiv begleiten
Wohnraum anpassen, Hilfsmittel einsetzen
Geduldig kommunizieren
Auch die Angehörigen dürfen nicht zu kurz kommen
Tipp: Die Plattform PflegePur bietet hilfreiche Informationen, Checklisten, Beratung und Begleitung – digital und menschlich zugleich.