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03.04.2025
Kategorie: Gesundheit & Prävention
Bewegung im Pflegealltag: Übungen für mehr Mobilität und Lebensqualität

Einleitung

Bewegung ist Leben – das gilt in jedem Alter, besonders aber im Pflegealltag. Wer körperlich aktiv bleibt, fördert nicht nur die Muskulatur und Gelenke, sondern auch das seelische Wohlbefinden. Gerade für pflegebedürftige Menschen ist gezielte Bewegung entscheidend, um die Selbstständigkeit zu erhalten und Stürzen oder Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Auch kleine Übungen im Alltag können große Wirkung entfalten – ob im Sitzen, Stehen oder mit Unterstützung. Wichtig ist, dass Bewegung regelmäßig stattfindet, Freude macht und an die individuellen Möglichkeiten angepasst ist.

In diesem Artikel zeigen wir:
✔ Warum Bewegung für Pflegebedürftige so wichtig ist
✔ Welche einfachen Übungen den Alltag bereichern können
✔ Wie Angehörige zur Mobilität beitragen können
✔ Welche Hilfsmittel und Angebote es gibt


1. Warum Bewegung im Pflegealltag unverzichtbar ist

Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit kommt es oft zu einem Teufelskreis: Weniger Bewegung führt zu Muskelabbau, Unsicherheit beim Gehen und Stürzen – was wiederum dazu führt, dass man sich noch weniger traut.

Positive Effekte regelmäßiger Bewegung:

📌 Tipp: Schon 10–15 Minuten Bewegung pro Tag können die Lebensqualität deutlich verbessern – ganz ohne Sportstudio.


2. Welche Übungen eignen sich für den Pflegealltag?

Je nach körperlicher Verfassung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Wichtig: Die Übungen sollen sanft, sicher und regelmäßig durchgeführt werden.

2.1 Übungen im Sitzen (z. B. im Rollstuhl oder auf dem Stuhl)

Arme kreisen – nach vorne und hinten, langsam und bewusst
Hände öffnen und schließen – zur Förderung der Feinmotorik
Fersen heben und senken – regt die Venenpumpe an
Oberkörper drehen – zur Lockerung der Wirbelsäule
Knie heben im Wechsel – stärkt Oberschenkel und Gleichgewicht

2.2 Übungen im Stehen (mit Festhalten)

Zehenspitzenstand – fördert Gleichgewicht und Wadenkraft
Seitliches Beinheben – kräftigt Hüfte und Rumpf
Kniebeugen an der Stuhllehne – langsam und mit Hilfestellung
Gehen auf der Stelle – aktiviert Kreislauf und Koordination

📌 Tipp: Immer auf gute Schuhe, festen Stand und ggf. Unterstützung durch Haltegriffe oder Angehörige achten.


3. Bewegung in den Alltag integrieren

Oft braucht es gar keine festen Übungseinheiten – viele Bewegungen lassen sich gut in den Tagesablauf einbauen.

Beispiele für alltagsintegrierte Aktivität:

💡 Motivationstipp: Mit Musik oder gemeinsam mit Angehörigen macht Bewegung gleich mehr Spaß!


4. Unterstützung durch Angehörige und Pflegekräfte

Pflegende Angehörige und Betreuungspersonen spielen eine zentrale Rolle, wenn es um Aktivierung geht.

So können sie unterstützen:

✔ Bewegung spielerisch und ohne Druck anregen
✔ Für Sicherheit sorgen (feste Schuhe, Haltegriffe)
✔ Übungen vormachen und begleiten
✔ Positiv verstärken – Lob und Geduld statt Korrektur
✔ Bewegungstagebuch führen


5. Hilfsmittel und Angebote zur Förderung von Mobilität

5.1 Nützliche Hilfsmittel:

5.2 Bewegungsangebote:

📌 Tipp: Die Pflegekasse kann Hilfsmittel und Kurse bezuschussen – lassen Sie sich beraten!


6. Bewegungsförderung und Pflegegrad – wie hängt das zusammen?

Auch für Pflegebedürftige mit Pflegegrad ist Bewegung wichtig – und sie kann helfen, den Zustand zu stabilisieren oder sogar zu verbessern.

Leistungen zur Aktivierung im Überblick (2025):

Pflegegeld und Pflegesachleistungen können für aktivierende Pflege verwendet werden
Entlastungsbetrag (131 € monatlich) für Bewegungsgruppen oder Betreuung mit Aktivierung
Rehabilitationssport und Präventionskurse bei ärztlicher Verordnung

💡 Neu ab Juli 2025: Flexibleres Entlastungsbudget ermöglicht mehr individuelle Förderung.


Fazit: Bewegung ist der Schlüssel zu mehr Lebensqualität

Regelmäßige Bewegung ist für pflegebedürftige Menschen ein echter Gesundheitsbooster – körperlich, geistig und seelisch. Ob kleine Übungen im Sitzen oder gezielte Aktivierung im Pflegeheim: Jeder Schritt zählt.

✔ Bewegung fördert Selbstständigkeit und Lebensfreude
✔ Übungen sollten sanft, sicher und regelmäßig erfolgen
✔ Angehörige und Pflegekräfte sind wichtige Motivatoren
✔ Pflegekasse unterstützt mit Hilfsmitteln und Leistungen

Tipp: Bewegung darf Spaß machen – mit Musik, Humor und liebevoller Begleitung bleibt sie ein positiver Bestandteil des Pflegealltags.