Blog Image
Blog Image
17.03.2025
Kategorie: Pflegewissen & Ratgeber
Sturzprävention bei Pflegebedürftigen: Diese Maßnahmen helfen wirklich

Einleitung

Stürze gehören zu den häufigsten und gefährlichsten Unfällen bei älteren und pflegebedürftigen Menschen. Ein Sturz kann schwerwiegende Folgen haben, darunter Knochenbrüche, Kopfverletzungen oder langfristige Einschränkungen der Mobilität. Besonders betroffen sind Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Gleichgewichtsstörungen oder schwacher Muskulatur.

Doch das Risiko für Stürze kann durch gezielte Maßnahmen erheblich reduziert werden. Von Wohnraumanpassungen über gezieltes Training bis hin zu technischen Hilfsmitteln – es gibt viele Möglichkeiten, um Pflegebedürftige sicherer zu machen.

In diesem Artikel erfahren Sie:
Warum Stürze so gefährlich sind und wer besonders betroffen ist
Wie Sie das Wohnumfeld sicher gestalten
Welche Übungen helfen, um Stürze zu vermeiden
Welche finanziellen Unterstützungen es für Hilfsmittel und Wohnraumanpassungen gibt


1. Warum sind Stürze für Pflegebedürftige so gefährlich?

Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelkraft ab, das Gleichgewicht wird schlechter und das Reaktionsvermögen lässt nach. Dadurch steigt die Gefahr eines Sturzes erheblich.

1.1 Folgen eines Sturzes

Körperliche Verletzungen:

Psychische Auswirkungen:

Langfristige Konsequenzen:

📌 Fakt: Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie stürzt jeder dritte Mensch über 65 mindestens einmal pro Jahr.


2. Wer ist besonders sturzgefährdet?

Das Sturzrisiko steigt mit zunehmendem Alter, ist aber auch von weiteren Faktoren abhängig.

2.1 Medizinische Risikofaktoren

✔ Muskelschwäche und mangelnde Bewegung
✔ Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel
✔ Osteoporose (erhöht das Risiko für Knochenbrüche)
✔ Sehprobleme (z. B. grauer Star oder Makuladegeneration)
✔ Nebenwirkungen von Medikamenten (Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Blutdrucksenker)

2.2 Wohnraumbedingte Risikofaktoren

✔ Rutschige Böden oder Teppiche
✔ Fehlende Haltegriffe in Bad und Toilette
✔ Schlechte Beleuchtung in Fluren und Treppenhäusern
✔ Stolperfallen wie Kabel oder herumliegende Gegenstände

📌 Tipp: Wer mehrere dieser Risikofaktoren aufweist, sollte dringend vorbeugende Maßnahmen ergreifen!


3. Wohnraumanpassung: Sturzgefahren im Haushalt vermeiden

Das eigene Zuhause ist oft nicht optimal für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Kleine Anpassungen können jedoch große Wirkung zeigen.

3.1 Sichere Bodenbeläge und Stolperfallen beseitigen

Teppiche entfernen oder festkleben
Rutschhemmende Bodenbeläge verwenden
Kabel und andere Hindernisse beseitigen

3.2 Beleuchtung optimieren

✔ Nachtlichter im Schlafzimmer, Bad und Flur installieren
✔ Bewegungsmelder für automatisches Licht nutzen
✔ Helle, blendfreie Beleuchtung einsetzen

3.3 Haltegriffe und Gehhilfen installieren

✔ Haltegriffe in Dusche, Badewanne und neben der Toilette anbringen
✔ Treppen mit stabilen Handläufen ausstatten
✔ Stufenmarkierungen oder Rampen für mehr Sicherheit nutzen

📌 Tipp: Pflegekassen übernehmen bis zu 4.180 € für Wohnraumanpassungen!


4. Bewegungs- und Gleichgewichtstraining zur Sturzprävention

Gezielte Übungen können dabei helfen, das Gleichgewicht und die Muskelkraft zu verbessern.

4.1 Kräftigungsübungen

Aufstehen und Hinsetzen: Mehrmals hintereinander langsam aufstehen und hinsetzen (aus einem Stuhl mit Armlehnen).
Beinheben: Im Sitzen ein Bein anheben und einige Sekunden halten.

4.2 Gleichgewichtstraining

Zehenstand: Abwechselnd auf Zehenspitzen und Fersen stehen.
Einbeinstand (mit festem Halt an einem Stuhl): Fördert die Koordination.

4.3 Gehtraining

Spaziergänge mit oder ohne Gehhilfe fördern Kraft und Koordination.
Treppensteigen stärkt die Muskulatur und das Gleichgewicht.

📌 Tipp: Viele Krankenkassen übernehmen Kosten für Reha-Sport oder spezielle Sturzpräventionskurse.


5. Technische Hilfsmittel zur Sturzvermeidung

Verschiedene Hilfsmittel können die Sicherheit erheblich verbessern.

Rollatoren und Gehstöcke – mehr Stabilität beim Gehen
Treppenlifte und Rampen – für barrierefreies Wohnen
Rutschfeste Badematten und Haltegriffe – für mehr Sicherheit im Bad
Hausnotrufsysteme – schnelle Hilfe nach einem Sturz

📌 Tipp: Pflegekassen erstatten viele dieser Hilfsmittel bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit!


6. Finanzielle Unterstützung für Sturzprävention

Pflegebedürftige haben verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für Sturzpräventionsmaßnahmen zu erhalten.

6.1 Pflegegradabhängige Leistungen

Pflegegeld (bis zu 990 € pro Monat) kann für Hilfsmittel oder Wohnraumanpassungen genutzt werden.
Pflegesachleistungen (bis zu 2.299 € pro Monat) decken auch Mobilitäts- und Präventionsmaßnahmen ab.

6.2 Zuschüsse für Hilfsmittel

Gehhilfen, Rollatoren oder Anti-Rutsch-Matten können über die Krankenkasse finanziert werden.
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: Bis zu 42 € monatlich für rutschfeste Matten oder Haltegriffe.

6.3 Zuschüsse für Wohnraumanpassungen

Bis zu 4.180 € für barrierefreie Anpassungen, z. B. Haltegriffe oder Treppenlifte.

📌 Tipp: Beantragen Sie rechtzeitig die entsprechenden Zuschüsse bei Ihrer Pflegekasse!


7. Fazit: Stürze vermeiden und Selbstständigkeit bewahren

Ein Sturz kann schwerwiegende Folgen haben – doch mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

Sichere Wohnbedingungen schaffen und Stolperfallen beseitigen.
Gezielte Übungen zur Muskelkräftigung und Gleichgewichtsschulung durchführen.
Hilfsmittel wie Rollatoren, Haltegriffe und rutschfeste Matten nutzen.
Finanzielle Unterstützung durch Pflege- und Krankenkassen in Anspruch nehmen.

💡 Tipp: Wer frühzeitig vorbeugt, bleibt länger mobil und kann die Selbstständigkeit im Alter bewahren!