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15.03.2025
Kategorie: Pflegewissen & Ratgeber
Druckstellen vermeiden: So beugen Sie Dekubitus effektiv vor

Einleitung

Druckstellen, medizinisch als Dekubitus bezeichnet, sind eines der häufigsten und zugleich gefährlichsten Probleme bei immobilen oder pflegebedürftigen Menschen. Sie entstehen durch anhaltenden Druck auf bestimmte Körperstellen, was die Durchblutung beeinträchtigt und zu Haut- und Gewebeschäden führt.

Besonders gefährdet sind bettlägerige oder rollstuhlabhängige Personen, aber auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität haben ein erhöhtes Risiko. Ein Dekubitus kann starke Schmerzen, Infektionen und langfristige gesundheitliche Komplikationen verursachen – doch mit der richtigen Pflege und Prävention lässt er sich oft vermeiden.

In diesem Artikel erfahren Sie:
Wie Druckstellen entstehen und wer besonders gefährdet ist
Welche Maßnahmen helfen, um Dekubitus vorzubeugen
Welche Hilfsmittel und Pflegemethoden unterstützend wirken
Welche finanziellen Unterstützungen für die Dekubitusprävention zur Verfügung stehen


1. Was ist ein Dekubitus und wie entsteht er?

Ein Dekubitus ist eine Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch anhaltenden Druck oder Reibung entsteht. Besonders gefährdet sind Knochenvorsprünge, an denen die Haut dünn und empfindlich ist.

1.1 Ursachen von Druckstellen

Längerer Druck auf eine Körperstelle: Der Blutfluss wird gestört, sodass das Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
Reibung und Scherkräfte: Bewegungen im Bett oder Rollstuhl können die Haut schädigen.
Feuchtigkeit: Schweiß, Urin oder Wundsekrete weichen die Haut auf und machen sie anfälliger.

1.2 Besonders gefährdete Körperstellen

📌 Bei bettlägerigen Personen:

📌 Bei Rollstuhlfahrern:

📌 Fakt: Laut der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung erleiden über 20 % der Pflegebedürftigen mindestens einmal einen Dekubitus.


2. Wer ist besonders gefährdet?

Bettlägerige Menschen: Besonders gefährdet sind Patienten mit stark eingeschränkter Mobilität.
Rollstuhlfahrer: Langandauernder Druck auf das Gesäß erhöht das Risiko.
Diabetiker: Durchblutungsstörungen machen die Haut empfindlicher.
Menschen mit Untergewicht oder Übergewicht: Fehlende oder übermäßige Polsterung des Gewebes erhöht das Dekubitusrisiko.
Inkontinenz-Patienten: Feuchtigkeit und Reibung schädigen die Haut.
Schwer kranke Menschen: Kreislaufschwäche und Mangelernährung verschlechtern die Hautregeneration.

📌 Tipp: Regelmäßige Hautkontrollen sind bei gefährdeten Personen unerlässlich, um erste Anzeichen frühzeitig zu erkennen!


3. Dekubitus-Stadien: Vom leichten Druckgeschwür bis zur schweren Wunde

Die Entstehung eines Dekubitus erfolgt schrittweise. Die Einstufung erfolgt in vier Schweregrade:

Stadium 1: Rötung der Haut, die nicht verblasst, wenn man darauf drückt. Keine offene Wunde.
Stadium 2: Offene Hautläsion oder Blasenbildung. Schmerzen treten häufig auf.
Stadium 3: Tiefer Hautschaden bis zum Unterhautfettgewebe. Infektionsrisiko steigt.
Stadium 4: Schwere Zerstörung des Gewebes, Muskeln oder sogar Knochen können betroffen sein. Hohe Infektionsgefahr.

📌 Tipp: Bereits bei Stadium 1 sollte sofort gehandelt werden, um eine Verschlechterung zu verhindern!


4. Wie kann man Dekubitus effektiv vorbeugen?

Die beste Behandlung von Dekubitus ist die Vorbeugung. Durch gezielte Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

4.1 Regelmäßige Lagewechsel

Bettlägerige Personen sollten alle 2 Stunden umgelagert werden.
Rollstuhlfahrer sollten alle 15–30 Minuten ihre Position ändern oder entlastende Sitzkissen nutzen.
Wechseldruckmatratzen helfen, den Druck auf gefährdete Stellen zu verringern.

4.2 Hautpflege und Hygiene

✔ Die Haut sollte täglich kontrolliert und gepflegt werden.
Feuchtigkeit vermeiden: Haut sollte trocken gehalten werden.
Spezielle Schutzcremes stärken die Hautbarriere.

4.3 Gesunde Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Eiweißreiche Kost unterstützt die Hautheilung.
Vitamin C und Zink fördern die Wundheilung.
Ausreichend trinken (mindestens 1,5–2 Liter täglich).

4.4 Verwendung von Druckentlastungshilfen

Spezielle Matratzen mit Wechseldruckfunktion.
Weiche Sitzkissen für Rollstuhlfahrer.
Fersenpolster zur Druckentlastung.

📌 Tipp: Viele dieser Hilfsmittel werden von der Pflegekasse erstattet!


5. Finanzielle Unterstützung für Dekubitus-Prävention

Pflegebedürftige haben verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für Dekubitus-Prävention zu erhalten.

5.1 Hilfsmittel über die Pflegekasse

Antidekubitusmatratzen und Wechseldrucksysteme: Übernahme durch die Pflegeversicherung möglich.
Sitzkissen und Fersenpolster: Werden bei ärztlicher Verordnung erstattet.

5.2 Pflegegeld und Pflegesachleistungen

✔ Pflegegeld kann genutzt werden, um professionelle Pflegekräfte für Umlagerung und Hautpflege zu finanzieren.
✔ Pflegesachleistungen bis zu 2.299 € pro Monat können für Dekubitus-Prävention eingesetzt werden.

5.3 Zuschüsse für Wohnraumanpassungen

Bis zu 4.180 € für barrierefreie Anpassungen, z. B. höhenverstellbare Betten.

📌 Tipp: Lassen Sie sich von Ihrer Pflegekasse oder einem Pflegestützpunkt beraten, welche Leistungen Ihnen zustehen!


6. Fazit: Dekubitus verhindern statt behandeln

Ein Dekubitus kann schwerwiegende Folgen haben – doch mit der richtigen Pflege und gezielten Maßnahmen ist er vermeidbar.

Regelmäßige Umlagerung und Bewegung sind entscheidend.
Die Haut sollte täglich auf Druckstellen überprüft werden.
Druckentlastende Hilfsmittel wie Matratzen und Kissen helfen, das Risiko zu senken.
Pflegekassen übernehmen viele Kosten – informieren Sie sich über Ihre Ansprüche.

💡 Tipp: Wer frühzeitig vorbeugt, kann Druckstellen vermeiden und die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen erheblich verbessern!